Dancing Well & With Style

Welche Techniken kann ich einsetzen, um ein besserer Tänzer zu werden?
Auf welche Faktoren kann man beim Tanzen achten?
Und wie kann ich meinen eignen Stil einbringen, ohne dabei andere Tänzer zu behindern?

In einem zweistündigen Workshop haben wir diese Themen auf dem I. Corner Ball besprochen. Hier findet ihr die Inhalte nochmals detaillierter zusammengefasst.

Workshop von Thomas Pietzka am 12.10.2024

Einleitung

Auf seiner Website (https://colinhume.com/) bietet Colin Hume zu vielen Themen einige interessante Gedanken. So auch bezüglich des Unterschieds zwischen „gutem“ Tanzen und sich einfach nur „durchwurschteln“ – und inwiefern sich dies noch vom Tanzen mit Stil unterscheidet. Während der Vorbereitung der Workshops war seine Website ein hilfreicher Einstiegspunkt für die Themen, die wir ansprechen wollten. Und obwohl das allein schon zu viel Inhalt für die Workshops gewesen wäre, habe ich natürlich noch einige eigene Gedanken eingebaut.

Vieles konnten wir jedoch nur oberflächlich behandeln. Den Aspekt des Stils musste ich leider ganz aus dem Theorieteil rausnehmen. Ich hätte gerne während des Tanzes Dinge wie „Achtet auf die Körperhaltung“, „Tanzt parallel zu euren Nachbarn“ und „Schaut euren Partner an und lächelt!“ gesagt, aber die Tänze waren so unbekannt, dass die meisten Teilnehmer sich noch auf die Figuren konzentrieren mussten. Daher habe ich solche Zwischenrufe lieber vermieden.

Fun Fact: Wir haben tatsächlich nicht erwartet, dass die ausgewählten Tänze für den Ball und die Workshops in der Szene so unbekannt sind. Für uns als Bielefelder Gruppe waren viele der Tänze neu, da sie aus den Bare Necessities-Alben oder von Philippe Callens stammen. Wir gingen davon aus, dass diese Tänze aber in anderen Tanzgruppen getanzt werden, mit Ausnahme der schottischen Tänze. Umso mehr waren wir überrascht, wie wenige Personen die Tänze kannten. Das soll keinesfalls als Vorwurf verstanden werden, sondern vielleicht als Erklärung dafür, warum Jenny und ich etwas überrumpelt waren und wir daher auch on the fly unser Vorgehen etwas anpassen mussten.

Unterschied Dancing Well/ With Style

„Dancing Well“ ist ein Begriff, der während der Vorbereitung auf die Workshops entstanden ist, damals noch als Dancing „Well“, weil wir uns nie anmaßen wollten, „gutes“ Tanzen zu definieren. Colin Hume verwendet diesen Begriff jedoch nicht direkt. Auf seiner Website ist er in Bezug auf Technik und Stil nicht immer ganz eindeutig in der Trennung der Begriffe. In seinem Beitrag „Dancing with Finesse” schreibt er:

„Finesse is really another word for technique. But technique has a bad name — it's perceived as artificial and boring.“

Doch schreibt er an anderer Stelle weiter:

“A bit of style — the things that make the difference between merely getting through the dance and doing it well. Though as we've seen, without the finesse you don't even get through some dances!”

Hier taucht also der Begriff „doing it well“ auf. Doch während er zuerst von Finesse spricht, fügt er plötzlich auch „style“ hinzu, was etwas irreführend wirken kann. Hume möchte jedoch klarstellen, dass Finesse eigentlich Technik bedeutet. Diesen Begriff meidet er jedoch, weil er oft negativ besetzt ist. Technik wird häufig als langweilig wahrgenommen, aber ohne sie bleibt der Tanz nicht gut. Er betont, dass bei technisch anspruchsvollen Tänzen ohne eine korrekte Technik der Tanz nicht gelingt – man stolpert eher von Figur zu Figur.

Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich den Begriff „Technik“ dennoch nicht meiden. Wenn wir uns einig sind, was mit dem Begriff gemeint ist, und dass gewisse Techniken ein Muss für „dancing well“ sind, dann können wir uns als Tänzer daran gewöhnen und den Begriff vielleicht sogar mit etwas Positivem verbinden: dem Gefühl, einen Tanz richtig gut getanzt zu haben.

Dem gegenüber steht der Gedanke, dass man dem Tanz auch eine persönliche Note verleihen kann: den „style“. Auf Colin Humes Website zu „Dancing with Style – 2“ gibt es ein interessantes Zitat von John Sweeney, das er 2017 auf der ECD List veröffentlichte und das ich hier in voller Länge wiedergeben möchte:

“I often find it useful to differentiate between style and technique. These are some of the ways I like to do it.
Technique is what it feels like. Style is what it looks like.
Technique is what enables you to get through a dance, always being in the right place at the right time, facing the right way at the beginning of every move, and not preventing anyone else from achieving success, rather helping others in any way possible.
Style is what you add, which may be the same as everyone else, or may be personal innovation or embellishment.
Technique is what you do with your connected hand. Style is what you do with your free hand.
I have seen a dancer do something which interfered with another dancer's ability to enjoy the dance, and, when confronted, they have said, “But that is my style”. No, it is not, it is bad technique!
I believe that it is important to focus on technique initially, so that the dance can succeed. When people use bad technique it can become ingrained in their muscle memory and be very difficult to correct. Adding style is great, but should not be at the expense of technique.”

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zur Technik alles gehört, was notwendig ist, um einen Tanz zu verstehen und ihn gemeinsam mit anderen gut zu tanzen. Stil hingegen umfasst all jene zusätzlichen Elemente, die individuell gestaltet werden können und diese können sich je nach Tänzer stark unterscheiden. Entscheidend ist dabei, dass stilistische Entscheidungen niemandem den Spaß am Tanz nehmen oder die Teilnahme erschweren.

Natürlich kann es reizvoll sein, aus einer ruhigen Handtour mehrere Drehungen zu machen oder beim Red House mit Schwung durch den Saal zu laufen. Doch wenn mein Tanzpartner sich nach den Drehungen fühlt, als hätte er eine Achterbahnfahrt hinter sich, oder gar orientierungslos nach Halt sucht, war das weniger „stilvoll“, sondern eher störend. Noch problematischer wird es, wenn Tänzer sich wegen negativer Erfahrungen ganz aus bestimmten Tänzen zurückziehen – etwa weil sie unsanft angerempelt wurden und das als schmerzhaft in Erinnerung geblieben ist. Ich kenne mittlerweile einige Tänzer, die wegen solcher Erfahrungen den Red House nicht mehr mittanzen wollen.

Fehlentscheidungen passieren Jedem und sind in unserer Tanzgemeinschaft kein Problem – sie gehören zum Lernen dazu. Doch wer aus solchen Erfahrungen keine Schlüsse zieht und eine ungünstige Technik beibehält, läuft Gefahr, anderen Tänzern den Spaß zu nehmen. Genau das ist die Essenz des Zitats von John Sweeney: Eine unüberlegte Stilentscheidung kann im schlimmsten Fall zu schlechter Technik werden.

Deshalb mein Appell: Nehmt euch die Zeit, darüber nachzudenken, welche Verhaltensweisen das Tanzerlebnis für andere möglicherweise beeinträchtigen könnten. Wenn ihr unsicher seid, fragt eure Tanzpartner nach ihrer Meinung – das kann im schlimmsten Fall zu spannenden Gesprächen über das Tanzen führen.

Gleichzeitig: Habt den Mut, Neues auszuprobieren! Ob ihr euch von anderen inspirieren lasst oder eigene Ideen entwickelt, spielt keine Rolle. Falls etwas nicht wie geplant funktioniert, betrachtet es als Lernerfahrung – so wachst ihr als Tänzer. Niemand wird als Meister geboren, aber mit jedem Schritt (hoffentlich im Takt zur Musik) kann man sich verbessern. Und lasst euch nicht zu sehr von der Frage aufhalten, ob etwas „historisch korrekt“ ist – auch wenn es manche reizt, alles historisch korrekt zu tanzen: am Ende zählt, dass ihr auf eure Art Freude am Tanzen habt. Denn genau darum geht es doch in unserem Hobby: gemeinsam Spaß haben.

Dancing Well

Fangen wir mit den Basics an, also mit der Technik.

Colin Hume nennt fünf wesentliche Aspekte, die beim Tanzen immer wieder auftauchen. Auch wenn es viele Punkte sind, ist das kein Grund zur Sorge: Solange ihr ein echtes Interesse daran habt, euch als Tänzer zu verbessern, werdet ihr diesen Themen immer wieder begegnen – und lernt dadurch ganz automatisch. Beim Lesen dieses Abschnitts werden euch sicher sofort viele Beispiele einfallen, bei denen ihr diese Aspekte schon erlebt habt. Wenn wir uns der Themen nun aber nochmal bewusst werden, statt ihnen beim Tanzen nur passiv zu begegnen, können wir den Lernerfolg noch schneller gestalten.

Wenn ihr euch also mit diesen Punkten während des Tanzens auseinandersetzen wollt, versucht nicht, alles gleichzeitig zu bearbeiten. Es mag zwar auch spannend sein, sich auf möglichst viele Dinge auf einmal zu konzentrieren, aber es bringt meist mehr und schnellere Fortschritte, wenn man sich jeweils auf einen bis zwei Aspekt konzentriert. Ob ihr den Fokus von Woche zu Woche im Training wechselt oder innerhalb eines Tanzes den Schwerpunkt ändert, ist dabei nicht so entscheidend. Aber gebt euch selbst die Zeit, um ein Thema nach dem anderen anzugehen. Die Welt rettet man nicht an einem Tag – und es funktioniert selten, wenn man Alles auf einmal möchte. Aber wenn ihr euch doch auch mal überfordern wollt, versucht alle Dinge gleichzeitig zu beachten; das kann auch eine spannende Lektion sein.

Giving Weight

Ihr werdet dem im normalen Leben wahrscheinlich keine Beachtung schenken, weil es so selbstverständlich ist wie das Atmen. Aber wenn ihr euch beim Gehen in Bewegung setzt, das Tempo wechselt, die Richtung ändert oder vom Gehen in den Stillstand übergeht – all das erfordert eine (un)bewusste Verschiebung des Körperschwerpunkts, die euch beim Bewegen unterstützt. Vielleicht erinnert ihr euch an das Beispiel aus dem Workshop, dass – wenn ihr losrennen wollt – ihr den Schwerpunkt nach vorne verlagert, um quasi nach vorne „zu fallen“ (aber bitte erst den Fuß setzen, bevor ihr umfallt!).

Im Alltag müssen wir unser Tempo selten so anpassen, dass wir uns an eine festgelegte Zeit oder Strecke halten müssen – außer der Bus ist mal wieder zu früh dran. Aber beim Tanzen ist es ganz anders: Hier ist es entscheidend, wie schnell oder langsam wir uns bewegen müssen, und auch, wie viel Strecke wir für die nächste Figur zurücklegen müssen. Das Tanzen im Einklang mit der Musik erfordert ein gutes Taktgefühl und die Fähigkeit, die Geschwindigkeit von Tanzfiguren korrekt einzuschätzen.

Angenommen, ihr habt ein perfektes Taktgefühl und wisst, wie sich die Figuren in der Geschwindigkeit unterscheiden – dann stellt sich die Frage: Was macht der Körper unbewusst, um euch beim Tempowechsel zu unterstützen? Hier kommt der Schlüssel: die Gewichtsverlagerung. Wenn ihr vorwärtskommen wollt, verlagert ihr euren Schwerpunkt nach vorne. Zum Bremsen verschiebt ihr den Schwerpunkt nach hinten und oben, was euch hilft, zum Stillstand zu kommen.

Und hier wird die Physik ausnahmsweise mal einfach und intuitiv:

Beschreibung des Bildes

Auf der rechten Seite seht ihr zwei Formen, jede mit unterschiedlich großen Auflageflächen. Je kleiner die Auflagefläche, desto leichter lässt sich der Schwerpunkt über den Kipppunkt verschieben.

Unsere Auflagefläche ist dabei der Fuß – zumindest, solange wir stehen. Wenn wir mit dem gesamten Fuß auf dem Boden stehen, haben wir eine größere Auflagefläche, was es schwieriger macht, das Gewicht zu verlagern. Hebt ihr jedoch die Ferse leicht an und stellt euch auf die Fußballen, ist die Standfläche deutlich kleiner, und schon kleine Verschiebungen des Gewichts wirken stärker. Das Prinzip wird noch klarer, wenn ihr auf den Fußballen steht und das Gleichgewicht verliert.

Das Tanzen auf den Ballen hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Federkraft des Fußes genutzt wird. Die Orthopädische Praxis Berlin Mitte beschreibt es so: „Wie eine starke Feder kommt es zu einem elastischen Rückstoß der Achillessehne in Zusammenarbeit mit den Sehnen und Bändern unseres Fußes. Durch diesen Mechanismus wird die benötigte Energie für das Laufen reduziert.“ Einen Teil der Wörter habe ich sogar verstanden.

Also, wenn es euch möglich ist, stellt euch auf die Ballen und versucht, das Gleichgewicht einfacher zu verlagern. Es geht nicht darum, die Ferse weit zu heben – es reicht, sie nur leicht anzuheben, sodass die Auflagefläche verkleinert wird. Beim schottischen Tanzen sagt man oft, dass ein Spiegelei unter die Ferse passen sollte. Mehr muss es nicht sein.

Finishing off properly

Wie ihr gleich merken werdet, greifen fast alle Themen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Der erste Gedanke beim „richtigen Ankommen“ ist natürlich, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Das hängt wiederum eng mit dem gewählten Tempo in der Figur zusammen – denn um dort zu enden, wo man sein soll, muss man sich passend zur Musik bewegen. Doch eine Figur richtig abzuschließen, bedeutet mehr, als nur rechtzeitig am richtigen Platz zu stehen.

Der einfachste Fall ist das Stehenbleiben, weil die eigene Bewegung endet. Hier kann man das Gewicht leicht nach hinten verlagern und sich von den Ballen auf die Fersen „fallen lassen“. Der Vorteil? Man steht sicher und kann in aller Ruhe die anderen Tänzer bewundern. Und die Waden danken das einem auch, nicht nur auf den Ballen zu tanze.

Meist jedoch geht es direkt weiter – die nächste Figur folgt ohne Pause auf die vorherige (siehe nächster Abschnitt). Doch auch hier ist das „richtige Beenden“ entscheidend. Der Übergang zwischen den Figuren muss (meistens) fließend sein, sodass die aktuelle Bewegung sinnvoll abgeschlossen wird. Und weil diese Übergänge unterschiedlich viel Zeit beanspruchen, muss oft das Tempo angepasst werden, um harmonisch in die nächste Figur überzugehen.

Getting into the next figure

Wenn wir von einer Figur in die nächste wechseln, sollten wir überlegen, welche Faktoren sich ändern und wie wir unseren Körper darauf vorbereiten können.

  • Das Tempo kann variieren – wir müssen also unser Gleichgewicht entsprechend anpassen.
  • Die Gehrichtung kann sich ändern – wir sollten bereit sein, „die Kurve zu kratzen“.
  • Es kann vorkommen, dass Oberkörper und Unterkörper unterschiedliche Richtungen einnehmen (z.B. in einem Setkreis/Paar Ronde/Circle 4: Die Füße laufen auf der Kreisbahn, während der Oberkörper zur Mitte zeigt, um die Arme in beide Richtungen ausstrecken zu können).
  • Unterschiedlich schnelle Drehungen erfordern eine gezielte Steuerung: Ein Turn Single auf vier Schläge fühlt sich ruhig an, während der Wechsel von einer rechtshändigen in eine linkshändige Mühle meist sehr schwungvoll erfolgt. Besonders herausfordernd wird es, wenn im Übergang eine zusätzliche Drehung eingebaut wird (z.B. indem man die linke Schulter zurückzieht statt der rechten).

Zusammengefasst: Wir müssen frühzeitig erkennen, was als Nächstes kommt, wie lange der Übergang dauert und wie wir diesen flüssig gestalten können. Die Figuren sollten nicht isoliert betrachtet werden – gerade moderne Tänze sind oft so konzipiert, dass sie einen natürlichen Flow haben. Versucht daher, die Vorbereitung der nächsten Figur nicht als eigenständige Bewegung zu sehen, die euch ausbremst, sondern als geschmeidigen Übergang, der nahtlos in die vorige Figur eingebunden wird.

Außer natürlich, es gehört zu eurem Stil, auch mal stehen zu bleiben und etwas „abgehackter“ zu tanzen. Aber auch dann ist dies eine bewusste Entscheidung, bei der ihr die oberen Punkte berücksichtigen müsst.

Thinking ahead

Viele der vorherigen Punkte haben eins gemeinsam: Wer gut tanzen will, muss vorausdenken.

  • Eine Figur gelingt nur dann flüssig, wenn man den Raumweg und das Tempo kennt.
  • Ein sauberer Übergang zur nächsten Figur funktioniert nur, wenn man weiß, was kommt und sich darauf vorbereitet.
  • Das Ganze wird noch schöner, wenn man bewusst darauf achtet, Bewegungen harmonisch zu verbinden, statt für einen Schlag stehen zu bleiben.

Denkt zurück an eure Tanzanfänge: Zu Beginn war alles überwältigend, weil man viele dieser Dinge unbewusst schon tun musste. Heute seid ihr an einem Punkt, an dem ihr euch gezielt verbessern könnt – und das, ohne den Spaß am Tanzen zu verlieren.

Daher: Hinterfragt gezielt einzelne Aspekte und arbeitet an ihnen, bis sie zur Gewohnheit werden. Aber lasst euch nicht so sehr vom Nachdenken ablenken, dass ihr den Tanz nicht mehr genießt. Am Ende soll das Tanzen immer noch leicht und natürlich wirken – und vor allem Spaß machen.

Not getting disoriented

Es klingt simpel: Immer wissen, wo man steht und in welche Richtung es weitergeht. Doch in der Praxis kann genau das eine der größten Herausforderungen sein. Je nach Figur und Tanz gibt es verschiedene Strategien, um die Orientierung zu behalten. Wenn man auf seiner eigenen Seite steht, ist meist intuitiv klar, wo „oben“ ist. Auch auf der improper Seite entwickelt man mit der Zeit ein Gefühl dafür, dass sich die Wahrnehmung der Richtung mitdreht.

Ein hilfreicher Ansatz ist es, sich bereits vor einer Figur bewusst zu machen, wo man danach stehen muss. Das erleichtert die Orientierung enorm. Ein Beispiel dafür ist Hudson Barn, ein Tanz, der besonders durch seine schnellen Handtouren herausfordernd ist. Es kann schwierig sein, sich zu merken, ob man mit dem Corner nach der Handtour proper oder improper endet. Doch wenn man sich zu Beginn der Handtour ins Gedächtnis ruft, dass man nach 1½-Drehungen den Platz mit dem Corner getauscht haben muss, fällt es leichter, die richtige Position zu finden. Dies verlangt jedoch, dass man die Handtour ordentlich von seiner Corner Position beginnt, ansonsten fehlt die Orientierung, wo man enden muss.

Hudson Barn

Duple Minor Longway for as many as will
Editiert von Helene Cornelius, 2000. Tanz von Jacqueline Schwab und Charles Hammond, 1974.

Teil A
12 Setkreis6 ½ Mühle links zurück6

First Corner 1½ linke Handtouren, enden proper. Second Corner steht noch improper

12 Setkreis GUZ6 ½ Mühle rechts zurück6

Second Corner 1½ rechte Handtouren. Alle stehen improper und fortgeschritten.

Anmerkung: Die Zahlen zählen die Schritte, nicht die Takte. Zur „einfachen“ Schlagzählung später mehr

Natürlich gibt es viele weitere Strategien, um sich während des Tanzens zu orientieren, und jeder Tänzer entwickelt mit der Zeit seine eigenen Methoden. Deshalb interessiert mich eure Erfahrung: Wie behaltet ihr die Orientierung? Gibt es Tänze wie Hudson Barn, bei denen ihr besonders darauf angewiesen seid?

Have fun!

Colin Hume erwähnt diesen Punkt auf seiner Website nicht, und man könnte diskutieren, ob er überhaupt zur „Technik“ des Tanzens gehört. Doch für mich ist er essenziell: Spaß ist das A und O, um ein guter Tänzer zu sein.

Natürlich ist es wichtig, sich zu konzentrieren und sich weiterzuentwickeln, aber vergesst nicht, dass Tanzen ein Hobby ist – und das sollte man euch auch ansehen! Ein Lächeln und Freude an der Bewegung sind ansteckender als eine perfekt getanzte, aber verkrampfte Figur. Selbst kleine Fehler sind weniger störend als eine angestrengte Haltung.

Findet also eure Balance zwischen Spaß, Aufmerksamkeit und dem Wunsch, euch zu verbessern – dann habt nicht nur ihr, sondern auch eure Mittänzer die beste Zeit auf der Tanzfläche!

Zusammen tanzen

Bisher ging es vor allem um den einzelnen Tänzer, doch English Country Dance (ECD) ist ein Gesellschaftstanz – er lebt davon, dass man miteinander tanzt, und das für gewöhnlich nicht nur mit dem eigenen Partner. Daher möchte ich euch ein paar meiner eigenen Ideen mitgeben, die euch dabei helfen können, mit allen im Raum zusammen zu tanzen.

Die Idee, dass „der Herr führt“, ist heute eher ein Relikt aus früheren Zeiten. Wer 2024 noch strikt darauf besteht, ist vermutlich Historiker oder betreibt akkurates Reenactment. Natürlich kann man sich individuell darauf einigen, dass eine Person stärker führt – aber das ist dann persönliche Präferenz und keine allgemeingültige Regel.

In den meisten Fällen gelten die hier besprochenen Tipps für beide Tänzer gleichermaßen. Und selbst wenn eine Figur traditionell „vom Herrn geführt“ wird, kann die Dame trotzdem aktiv unterstützen. Zusammenarbeit und gegenseitige Aufmerksamkeit sind der Schlüssel – unabhängig von der im Tanz zugewiesenen Rolle.

Führen und Armspannung

Das Führen bedeutet bei den meisten Arten des Tanzes, dass ein Tänzer „die Richtung vorgibt“. Der Führende entscheidet somit, welche Figuren in welche Richtung und Reihenfolge getanzt werden. Jedoch haben wir beim ECD einen entscheidenden Vorteil: Die Reihenfolge der Figuren und deren Richtung ist bereits vorgegeben. Das bietet nicht nur den Vorteil, dass wir uns stärker auf die Musik und unsere Mittänzer konzentrieren können, sondern auch, dass wir nicht darauf angewiesen sind, nur eine führende Person im Tanz zu haben.

Das führt jedoch zu folgendem Gedanken: Man muss nicht nur führen, sondern kann sich auch mal führen lassen. Dieses Prinzip wird einem besonders deutlich, wenn man mit fremden Gruppen z.B. auf Bällen zusammen tanzt. Manche Figuren werden entweder leicht abgewandelt getanzt oder in eine andere Richtung, als es einem selbst bekannt ist. Man sollte dabei flexibel bleiben, welche Variante getanzt wird und was mein Gegenüber mir signalisiert. Auch sollte man zugunsten der Organisatoren auf „aber wir tanzen das so“-Diskussionen verzichten, solange die getanzte Variante funktioniert. Gerne darf man sich nach dem Tanz über die Unterschiede austauschen.

Es bleibt aber die Frage: Wie führt man eigentlich mit seinen Händen? Auch hier gibt es erneut viele Varianten: Wenn man sich mit seinem Partner „abstoßen“ muss, weil man auseinander tanzt, kann man seine Hände Handinnenfläche auf Handinnenfläche legen und sich leicht voneinander abdrücken. Genauso gut kann der Herr – wie gewöhnlich auch – seine Hand aufhalten und die Dame legt ihre Hand rein, und der Herr drückt die Dame nur mit seinen Fingern „weg“, indem er die leicht gekrümmten Finger ausstreckt.

Je nach Handtour (engl. Turn Partner) kommen viele Varianten von Handhaltungen in Fragen:

  • Rechte Hand in rechte Hand (entweder Herr hält auf, Dame legt rein – und das entweder in hoher oder in niedriger Handfassung – oder Handfläche an Handfläche in hoher Fassung
  • Rechte-in-Rechte und Linke-in-Linke Hand über Kreuz
  • die Birl-Haltung (rechte Hand an rechten Ellbogen des Partners, linke Hand in linker Hand über Kreuz über rechtem Arm gefasst)
  • äußere Hand auf den Rücken, innere Hand über Kreuz auf die äußere Hand im Rücken legen
  • etc. pp.

Abhängig des Tempos der Drehung, der persönlichen Präferenz und der Mittänzer kann dies stark variieren.

Aber eins ist gewiss: ohne Armspannung kann man durch keine Figuren führen. Wenn ich mich von meinem Mittänzer abstoßen will, hilft es mir nicht, wenn ich drücke, solange der Empfänger mir nur einen „feuchten Lappen“ anbietet. Diese Flexibilität in den Armen mag für die meisten Dinge im Leben wichtig und sinnvoll sein, beim Führen jedoch hilft sie nicht.

Im Gegenteil: Das Führen über den Arm funktioniert, weil wir Energie auf den Körper unseres Mittänzers übertragen. Nur durch die Bewegung des Körpers kann sich der Schwerpunkt signifikant verschieben und lässt sich somit in die Beine übertragen. Wenn also ein flexibler Arm ohne Armspannung die komplette Energie absorbiert, ohne sie in den Körper zu übertragen, führt es dazu, dass die „Führung“ buchstäblich in der Luft verpufft.

Gleichzeitig muss man darauf achten, nicht zu sehr anzuspannen; wir sind beim Tanzen, nicht bei kraftdynamischen Bewegungsspielen. Zu starke Armspannung führt dazu, dass jeder noch so kleine Impuls wahrgenommen wird und somit auch nicht bewusst gesetzte Impulse als Führung wahrgenommen werden können. Dadurch tanzt man Bewegungen eher „zu groß“.

Jedoch tendiert man generell dazu, eher zu wenig als zu viel Armspannung zu haben, weswegen ich dazu raten würde, den letzten Punkt bezüglich starker Armspannung nicht zu eng zu nehmen. Und dies ist auch sehr natürlich: Armspannung zu halten ist anstrengend, weswegen man dazu tendiert, diese besonders über einen langen Ballabend zu verlieren. Stellt euch daher auch mal nach einem Tanz die Frage: Habe ich mich führen lassen oder habe ich eventuell Impulse meines Partners verpasst? Versucht dann, eure Armspannung für den nächsten Tanz anzupassen.

Kleiner, frecher Flirt

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte, oder so ähnlich. Führen kann man nicht nur mit der Hand, sondern auch mit einem Blick. Schaut mich jemand an, möchte er wahrscheinlich gleich mit mir tanzen. Während der Figur kann man sein Gegenüber führen, indem man mit einer kleinen Bewegung des Kopfs oder der Augen in eine Richtung deutet.

Wenn mein Gegenüber gerade noch mit mir getanzt hat, aber zum Ende einer Figur wegschaut, will er wahrscheinlich gleich in diese Richtung tanzen. Wenn man dann noch nicht weiß, wohin man selbst tanzen muss, kann man sich fragen: Tanze ich hinter ihm her oder spiegle ich seine Bewegung und tanze von ihm weg?

Man muss auch loslassen können

Nehmen wir folgende Situation: Der Herr steht auf seiner Herrenseite, die Dame auf der Damenseite. Nun soll man eine ganze (rechte) Handtour tanzen. Und ihr lasst die Hand bis zum bitteren Ende gefasst.

Wie steht ihr nach der Handtour? Wenn ihr tatsächlich bis zum Ende die Hände gefasst habt, steht ihr am Ende wie folgt: der Herr schaut nach oben, während die Dame nach unten schaut. Gleichzeitig steht ihr wahrscheinlich nicht auf euren Linien, denn eine Handtour wird häufig enger getanzt, als der Abstand der Linien zueinander ist.

Vielleicht merkt ihr, worauf ich hinaus möchte: Meistens lässt man sich zu lange gefasst. Häufig muss man etwas Zeit bzw. ein bis zwei Schritte einplanen, sich individuell in die richtige Richtung zu drehen und zu seinem Platz zu kommen. Es hilft einem dabei, wenn man sich eher früher als später loslässt, damit man sich nicht spontan umdrehen muss, sondern den Übergang zwischen den Figuren austanzen kann. Welche Übergänge wie viel Zeit in Anspruch nehmen, muss man mit der Zeit für sich kennenlernen.

Versucht dabei bitte darauf zu achten, dass ihr nicht klammert: Einige Tänzer – darunter fallen besonders Anfänger oder weniger erfahrene Tänzer – tendieren dazu, sich „festzuhalten“. Ein natürlicher Impuls, da man Sicherheit gewinnen kann, wenn man jemanden an der Hand hat. Achtet auch als Caller darauf, die Tänzer darauf hinzuweisen, dass rechtzeitiges Loslassen von Wert sein kann.

Dancing with Style

Zur Erinnerung: Style ist alles, was man als zusätzliches Extra zur Technik hinzufügen kann, ohne dabei anderen Tänzern die Freude am Tanz zu nehmen. Dabei unterscheidet Colin Hume drei unterschiedliche Aspekte, die ich gerne ausführen will.

Wie zuvor erwähnt, hatten wir auf den Workshops leider keine Zeit, diese Themen anzusprechen. Ich versuche mich auch hier kurz zu halten und wir können in einem zukünftigen Workshop gerne konkreter auf die Inhalte eingehen.

Dancing TO the music

Ich bin ehrlich (und dies schrieb Colin Hume selbst ebenfalls auf einer Website): Ich bin Musiker, hatte auch vor dem Musizieren bereits ein sehr gutes Taktgefühl und daher fällt es mir schwer, Schwierigkeiten beim folgenden Thema im Einzelnen nachvollziehen zu können. Ich gebe jedoch mein Bestes, die mir bekannten Probleme wiederzugeben und bin gerne an euren Gedanken zum Thema interessiert:

Ähnlich wie beim Thema „Finishing off Properly“ und „Getting into the next Figure” geht es beim Tanzen zur Musik darum, sich dem Tempo der Musik anzupassen und entsprechend zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Jedoch ist bei der Definition des „rechten“ Ortes etwas „Wiggle-Room“, bei dem man variieren kann. Nicht immer muss man am Ende von 8 Schlägen auf einer Linie stehen, je nach Figur kann man auch in der Mitte des Longways enden oder vor dem Corner stehen. Sobald ihr also die Figuren und den Übergang zwischen den Figuren kennt und versteht, könnt ihr den Übergang leicht anpassen, ohne dabei die anderen Tänzer zu verwirren.

Gleichzeitig kann man damit glänzen, dass man die Schritte im Takt der Musik setzt. Viele Epochen und Orte hatten ihre eigenen, kleinen Variationen, welche Schritte getanzt wurden. Natürlich muss man diese Variationen nicht alle kennen oder umsetzen, um Spaß an den Tänzen zu finden. Wenn man sich jedoch an den 3/4 oder 4/4 Takt hält, schafft man es, die Schritte parallel zu den anderen Tänzern zu setzen.

Und so sehr ich mich auch über die Aussage „Das hört man in der Musik“ später noch auslassen werde: Häufig kann man in der Musik Vorschläge hören, was man tun soll. Die Musik kann „schärfer“ klingen, wenn man einen Knick in der Figur hat (wie beim Sharp bzw. Swirly Siding oder in einer Händekette im Minor Set), während bei flüssigen Bewegungen wie einer Hecke oder einem Setkreis eher „weiche“ Passagen vorkommen können. Außerdem kann die Musik romantischer klingen, wenn man sich mit seinem Partner drehen soll. Das kann insbesondere dann helfen, wenn man die Musik zu einem Tanz gut kennt. Als erfahrener Tänzer kann man sogar versuchen, seinen Stil und Variationen an die Tanzmusik anzupassen.

Posture

Die Körperhaltung spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie wir als Tänzer wahrgenommen werden. Wenn es gesundheitlich möglich ist, sollte man darauf achten, nicht durch den Tanz zu „kriechen“. Eine aufrechte Haltung – mit einem geraden Rücken und dem Kopf nicht hängen lassen – fördert nicht nur die Gesundheit, sondern trägt auch zu einer besseren Ausstrahlung bei. Wie oft denkt ihr während des Tanzens daran, eure Körperhaltung zu kontrollieren? Ohne diesen bewussten Gedanken wird es für die meisten schwer, ohne Rückenschmerzen und in einer sportlichen, gesunden Weise zu tanzen. Und doch ist eine aufrechte Körperhaltung nicht nur gesund, sondern vermittelt auch Eleganz und Charisma.

Auf den Fußballen zu tanzen unterstützt eine gerade Haltung, während eine leichte Spannung in den Armen das Führen erleichtert. Dabei sollte man jedoch vermeiden, „versteift“ oder „angestrengt“ zu wirken – ein gewisser Anteil an Flexibilität und Lockerheit ist ebenso wichtig.

Colin Hume beschreibt auf seiner Website zu „Dancing with Style – 1“ treffend, wie er sich eine gute Körperhaltung vorstellt:

Unless some kind of injury or infirmity is preventing it, you can stand up straight and look as if you're alive and well. Have you ever seen a floppy ballet dancer? I haven't. Have you seen “Riverdance”? Didn't you feel that sense of life, exuberance, vitality?

Understanding the shape of the dance

Damit ist gemeint, dass man die Form des Tanzes verstehen soll. Und zwar des ganzen Tanzes – nicht nur seine eigene Nummer oder sein Geschlecht, man muss auch das Zusammenspiel aller Personen kennen. Aber warum ist dies wichtig?

Solange ich nicht weiß, was die anderen Tänzer tanzen und wie sie sich in den Figuren bewegen, kann ich selbst nicht abschätzen, mit welchen Bewegungen ich anderen Tänzern helfen kann oder mit welchen Extras ich denen vielleicht sogar im Weg stehe. Deswegen ist es aus meiner Perspektive eine Voraussetzung, dass man alle Rollen kennen – und sich auch zutrauen muss, diese im Zweifel selbst zu tanzen – bevor man mit dem „Style“ anfängt.

Es gibt einige Figuren, wo der Herr bzw. die Dame fast niemals das andere Geschlecht tanzen; Ladies’ Chains werden selten als Men’s Chains getanzt oder noch seltener gibt es den Rollentausch bei einer 2 oder 3 Couple Allemand. Zum Beispiel ist der Fortschritt beim Levi Jackson Rag („Frogger“) auch „nur“ eine Abwandlung einer Ladies Chain, aber die wenigsten Männer wüssten, was sie dort zu tun hätten, wenn sie mal Dame tanzen.

Dabei kann das andere Geschlecht zu kennen einem nicht nur dabei helfen, die anderen Tänzer mit Gästen und Handhaltung zu unterstützen, sondern man kann im Zweifel als anderes Geschlecht ad hoc weitertanzen, wenn man mal versehentlich die Rollen getauscht hat. Sprich, man tanzt versehentlich z.B. statt 1½ Handtouren nur eine Handtour und endet auf der falschen Seite. Die meisten Tänzer bleiben dann verwirrt stehen, brauchen einen Moment, um zu realisieren, was passiert ist, und hüpfen dann im besten Fall panisch auf den richtigen Platz. Im schlimmsten Fall bleiben sie stehen, weil sie sich nicht mehr orientieren können.

Auch fortgeschrittene Tänzer vertanzen sich von Zeit zu Zeit, können sich dann aber häufig schneller orientieren, was als nächstes kommt und tanzen erstmal weiter, um nicht „das Set zu sprengen“. Man kann dann am Ende der Figur oder in den nächsten Figuren eine Möglichkeit suchen, wie man zurücktauschen kann oder man tanzt einfach in der Rolle des anderen Geschlechts weiter.

Versucht also, die Gesamtheit der Raumwege und somit die Form der Figur zu verstehen, anstatt euch nur auf eure Rolle zu fokussieren. Wenn ihr wisst, wann die anderen Tänzer wo stehen, werdet ihr merken, wann man sich angucken und freundlich anlächeln oder anflirten kann. Und dann werdet ihr ebenfalls merken, dass das Tanzen viel mehr Spaß macht, wenn man nicht auf den Boden schaut (dort sind die Raumwege auch nicht aufgemalt), sondern mit den anderen Tänzern zusammen tanzt. Und nur, wenn ihr die Figur in ihrer Beschaffenheit versteht, solltet ihr euch über Extras Gedanken machen.

Finishing off, proper and with style

So, lasst uns an dieser Stelle einmal kurz durchatmen und ein Resümee ziehen.

Technik ist also ein Begriff, der häufig verrufen wird. Gleichzeitig kann man aber nicht ohne! Wenn man mich fragt, wird sich häufig zu wenig Zeit dafür genommen, die grundlegenden Konzepte zu erklären. Häufig liegt der Fokus darin, schnell neue Tänzen zu lernen und man ballert eine Figur nach der nächsten durch. Dabei bleiben aber insbesondere die neuen oder weniger erfahrenen Tänzer auf der Strecke, die sich das „Wie“ entweder bei anderen abschauen oder für sich selbst lernen müssen. Daher sollte man als Tänzer auch gerne mal bewusst nachfragen, wie etwas umgesetzt werden kann.

Colin Hume hat dabei 5 Punkte benannt, die ein ewiger Dauerbrenner sind und sich lohnen zu beachten. Ich habe seine Liste um den letzten Punkt ergänzt:

  • Giving Weight: Gewichtsverlagerung zum Unterstützen der Bewegungen
  • Finishing off properly: Rechtzeitig und korrekt dort ankommen, wo man enden muss
  • Getting into the next figure: Figuren miteinander verbinden, statt zu vereinzeln
  • Thinking Ahead: Vorausschauend tanzen
  • Not getting disoriented: Orientierung im Raum und an anderen Tänzern beibehalten
  • Having Fun: Habt Spaß an dem, was ihr tut und wie ihr es tut

Da wir beim Gesellschaftstanz für gewöhnlich miteinander tanzen, können Führen und Armspannung dabei helfen, sich zu unterstützen. Wichtig ist dabei, rechtzeitig loszulassen, damit man die Figuren korrekt zu Ende tanzen kann. Auch Blickkontakt zu anderen Tänzern hilft, wenn man sich nicht anfasst.

Zuletzt kann man die Dinge mit etwas Stil aufhübschen, solange man anderen Tänzern durch seine Ergänzungen nicht den Spaß am Tanz nimmt. Tanzen zur Musik statt im Offbeat, eine gesunde Körperhaltung und das Verständnis bezüglich der Form des Tanzes und der Interaktion mit den anderen Tänzern sind dabei unerlässlich, um Entscheidungen für Extradrehungen und ähnliches zu wählen.

Veröffentlicht am 28.03.2025 von Thomas Pietzka

Etwas zu sagen?

Etwas aufgefallen, was angreifend, abwertend oder missverständlich klingt oderwo du einer anderen Meinung bist, als die wir hier geschildet haben? Dann bist du gerne dazu eingeladen, uns zu schreiben. Wir freuen uns aber auch ganz besonders über positives Feedback: